Phase 3 – Unterstützte Konstruktion
Die Phase der unterstützten Konstruktion erlaubt es den Lernenden gemeinsam die erarbeiteten Aspekte aktiv und selbstständig auszuprobieren und zu reflektieren und an individuellen Bedürfnissen zu arbeiten.
In dieser nächsten Phase des OraCycles fungiert die Lehrkraft als Lernbegleiter, indem sie den Lernenden individuelle Übungen zur Verfügung stellt und sich angesichts der Tatsache, dass die Lernenden innerhalb ihrer Gruppen selbstständig arbeiten, die Zeit nimmt, sich mit den einzelnen Lerngruppen zusammenzusetzen und sie mit Feedback und Tipps zu unterstützen.
Die Phase der Ko-Konstruktion ist durch Feedback-Schleifen gekennzeichnet und eng mit den Modelltexten und dem daraus entstandenen Scaffolding und den erarbeiteten Kriterien verbunden.
Nach der Erstellung eines ersten Drafts des Produkts findet das erste Feedback seinen Platz. Das auf den Kriterien basierende Feedback kann 1) innerhalb der Gruppen, 2) von anderen an die Gruppen und 3) von der Lehrkraft gegeben werden. Diese Phase ist für die Vorbereitung der Prüfung von wesentlicher Bedeutung, da sie genau widerspiegelt, was in allen drei Teilen der Prüfung geschehen wird. Die Lernenden a) hören zu, was die anderen zu sagen haben, b) vergleichen das Produkt mit den Kriterien, die im Unterricht z. B. anhand einer Checkliste entwickelt wurden, und präsentieren ihre Ergebnisse und c) diskutieren und planen die Herstellung eines Produkts gemeinsam. Sie haben die notwendigen Fähigkeiten, den Wortschatz und die Kriterien erworben, um erfolgreich an der Prüfung teilzunehmen. Aus dem Feedback lernenden die Schülerinnen und Schüler auch, woran sie im Folgenden arbeiten sollten, und können daraufhin individuell Übungsaufgaben wählen, die einzelne Kompetenzen stärken oder das Produkt weiter überarbeiten.
Am Ende dieser Phase kann dann bereits entweder ein endgültiges Gruppenprodukt oder ein endgültiger Entwurf eines Produkts stehen. Dies hängt von der Prüfungsaufgabe ab. Wenn die Produkte in der Prüfung verwendet werden, muss das Produkt fertiggestellt werden und die eigenständige Konstruktionsphase wird dann entweder für individuelle Ideen oder für die Fertigstellung der Produkte, die zum Beispiel in der Prüfung geplant werden, genutzt werden.

In Bezug auf die inhaltlichen Ziele liegt der Fokus auf der Anwendung des Gelernten. Die Lernenden nutzen die Kriterien und die gelernten Inhalte, um ihr Produkt zu erstellen.
In Bezug auf die sprachlichen Ziele steht der individuelle Lernzuwachs im Mittelpunkt. Die Schülerinnen und Schüler erkennen durch die Rückmeldungen aus dem Feedback und der Arbeit in der Gruppe am Produkt, wo individuelle Probleme liegen und können diese eigenständig oder mithilfe der Lehrkraft angehen.
In Bezug auf die kommunikativen Ziele ist hier der Ausbau von unterschiedlichen Oracy Skills wichtig. Auch diese können individuell gestaltet werden, aber auch mit der ganzen Gruppe angegangen werden. Hierfür eignen sich kleine „Inseln“ z.B. zu Beginn einer Stunde, um bestimmte Aspekte herauszugreifen und diese mit den Lernenden zu üben.
Leitfragen für die Planung der dritten Phase können sein:
- Was brauchen die Lernenden noch an Unterstützung, um das Produkt angemessen zu
gestalten?
- Wie werden die Kriterien umgesetzt?
- Wie wird das Produkt zur Verfügung gestellt/gewürdigt? (Präsentationsform)
- Wie wird das Produkt bewertet (Evaluation)?
- Welche (individuellen) Bedarfe bestehen in der Weiterarbeit?