Der OraCycle wurde im Rahmen eines mehrjährigen Forschungsprojekts (Siepmann 2024a, 2024b, in Vorb. a, b; Siepmann & Bruns in Vorb.) entwickelt. Ziel war es, ein Instrument zu schaffen, das Lehrkräfte dabei unterstützt, Mündlichkeit im Unterricht nicht gezielt und über sprachen- und jahrgangsgrenzen hinweg systematisch zu fördern und zu bewerten. Theoretisch basiert der OraCycle u.a. auf der insbesondere in Großbritannien einflussreichen Oracy-Pädagogik und dem Oracy Skills Framework (Mercer 2025) und integriert Erkenntnisse aus der Fremdsprachendidaktik, der Unterrichtsforschung und der Leistungsbewertung.
Er dient in Einklang mit Mercer (2025) drei zentralen Lernzielen:
- Learning how to talk: Lernende üben unterschiedliche Formen mündlicher Kommunikation.
- Learning through talk: Mündlichkeit wird als Mittel zum gemeinsamen fachlichen Lernen genutzt.
- Learning about talk: Lernende reflektieren kommunikative Prozesse und entwickeln ein Sprachbewusstsein.

Der OraCycle umfasst sechs eng miteinander verzahnte Elemente (mehr erfahren):
- Lernziele & Lernprodukte: Was sollen die Lernenden kommunikativ leisten – und wie wird das sichtbar?
- Mündliche Kommunikationsprüfung: Gestaltung, Durchführung und Bewertung mündlicher Prüfungen mit klaren Kriterien.
- Lernaufgabe: Eine komplexe Aufgabe, die authentische Kommunikation erfordert und fördert (Hallet 2012; Schinke & Steveker 2013).
- Learning Cycle: Ein strukturierter Lernweg, orientiert am Teaching-Learning Cycle (Feez 1999) und den Knowledge Processes (Kalantzis et al. 2016).
- Assessment Cycle: Elemente der formativen Bewertung helfen, Lernprozesse gezielt zu begleiten.
- Language Loops: Übungseinheiten zur gezielten Förderung von Teilkompetenzen, abgestimmt auf das Oracy Skills Framework.