
Ein weiteres Merkmal des OraCycle neben komplexen Aufgabendesigns, Genreorientierung und Verknüpfung von formativer und summativer Leistungsbeurteilung sind gezielte, explizite Übungseinheiten, die in den ansonsten projektorientierten unterrichtlichen Rahmen eingebettet sind. Die language loops orientieren sich an den vier Strängen des oracy skills framework:
- physical strand — Stimme, Aussprache, Intonation/Prosodie, Mimik, Gestik
- linguistic strand — Wortschatz, Grammatik, generische Merkmale, Register, rhetorische Mittel/Humor, etc.
- cognitive strand — Strukturierung, kommunikative Strategien, etc.
- social-emotional strand - Sicherheit gewinnen, miteinander interagieren und kooperieren, etc.
Je nach Zieltextgenre ergeben sich unterschiedliche Übungsbedarfe. So stehen bei der Aufnahme eines Podcasts im physical sehr stark die Stimme und die Prosodie im Fokus, sodass sich ein entsprechender language loop zu diesen Aspekten lohnt. In jedem Fall empfehlenswert ist eine gründliche Diagnostik. Wir haben hierzu zu Beginn des Unterrichtsvorhabens einen allgemeinen Einschätzungsbogen zu speaking skills (später auch zu listening skills) herausgegeben und darüber diejenigen Aspekte identifiziert, die viele Lernende als herausfordernd erleben. Für ein ökonomischeres Vorgehen könnte dieser Bogen auch digital bereitgestellt werden. Im Verlauf der Reihe weicht dieses allgemeine Raster den mit den Lernenden ko-konstruierten Kriterienkatalog, welcher im assessment cycle genutzt wird.

Ein Beispiel für einen language loop zum linguistic strand dient dem Aufbau eines thematischen, genrespezifischen Vokabulars zum Thema leading a successful conversation (z.B. als Teil eines Planungsgesprächs). Auf Basis eines geeigneten Modelltexts (z.B. eines politischen Podcasts) können die Lernenden den Wortschatz induktiv erarbeiten und die Tabelle als Basis für die Gestaltung eigener Diskussionen nutzen, oder diese einsetzen, um Feedback zur Nutzung der gesammelten words and phrases ihrer Mitschüler*innen zu geben.

Langfristig empfiehlt es sich, einen Pool an Übungsaufgaben anzulegen, um flexibel auf spezifische Übungsbedarfe einer Lerngruppe eingehen zu können.