Ein gemeinsames Ziel formulieren – erste Ideen sammeln
Machen Sie sich im Vorfeld bewusst, was für inhaltliche, sprachliche und kommunikative Ziele die Klasse bzw. der Kurs erreichen soll oder muss. Definieren Sie für sich, was Sie am Ende erwarten und was die Lernenden von Ihnen brauchen, um diese Ziele zu erreichen. Wenn Sie das Ziel im Blick haben, überlegen Sie sich ein realistisches Szenario, welches genau diese Dinge von der Lernenden abverlangt z.B.: die Teilnahme an einem Wettbewerb? Die Planung einer Reise, eines Podcasts oder eines Radiobeitrags? Oder ein Projekt mit einer Partnerschule? Beginnen Sie ihre Reihe damit den Lernenden zu zeigen, wo es am Ende hingehen soll, und motivieren Sie sie Vorschläge zu machen, wie das Endprodukt genau aussehen soll und welche Schritte unternommen werden müssen. Fragen Sie z.B. mit einem Self-Assessmentbogen zu sprachlichen und kommunikativen Zielen ab, wo sich die Lernenden bereits sicher fühlen und was sie erarbeiten wollen.
Der erste Teil der Unterrichtseinheit setzt einen klaren Schwerpunkt auf die thematische Einbettung und Begründung der Zielaufgabe. Die Schülerinnen und Schüler werden anfangs mit einem realen Problem konfrontiert, das sie gemeinsam lösen sollen. Dazu wird ihnen die Zielaufgabe gestellt und grundlegende Aspekte werden erläutert.
Je nach Stärke der Lernenden können die notwendigen Schritte gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern besprochen und geplant werden. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage: Was brauchen wir, um die Aufgabe zu bewältigen?
Dieser Ansatz ermöglicht es, die individuellen Bedürfnisse zu erkennen und als Lernkraft die Rolle des Lernbegleiters einzunehmen. Sein Sie sich darüber bewusst, dass dies von Ihnen eine gewisse Flexibilität voraussetzet. Auch wenn Sie das Gerüst der Reihe gut im Voraus planen können, müssen Sie sich darüber bewusst sei, dass sie immer wieder spontan auf die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler reagieren sollten und können. Sehe Sie in der ersten Phase die Chance mit den Lernenden gemeinsam herauszufinden, welche Ideen, Wünsche und Bedarfe es gibt. Daraufhin können Sie die zweite Phase individuell auf ihre Lerngruppe aber auch einzelne Lernende anpassen.
Die Phase des thematischen Einstiegs dient auch dazu, ein erstes thematisches Vokabular zu entwickeln und das notwendige Kontextwissen aufzubauen, das die inhaltliche Grundlage für die Kommunikation im Verlauf der Reihe und der Prüfung bildet. Nutzen Sie hierbei digitale Möglichkeiten um die Kenntnisse der Lernenden individuell, nach Neigung und Fähigkeiten sowie Sprachniveau zu differenzieren.
Diese erste Phase ist noch recht gelenkt, damit gemeinsam Transparenz zur Zielaufgabe, zu Zielkompetenzen und zum Vorgehen hergestellt werden, aber Sie auch Vorwissen aktivieren und Bedarfe erheben können, damit Sie gezielt weiterplanen und unterstützen können. Involvieren Sie die Lernenden so viel wie möglich und lassen Sie auch ungewöhnliche und neue Ideen zu. Vielleicht lernen Sie ja selber noch etwas dabei, schließlich geht es nicht darum hinterher ein bestimmtes Sachwissen abzufragen, sondern darum Kompetenzen aufzubauen, die flexibel und übertragbar sind.

In Bezug auf die inhaltlichen Ziele geben Sie in dieser Phase das Thema vor: Worüber, zu welchem Thema soll gearbeitet werden? Unsere Traumschule? Umweltschutz? London?
In Bezug auf die sprachlichen Ziele begründen Sie, warum bestimmte sprachliche Mittel benötigt werden? Zum Beispiel die Einführung von Konditionalsätzen, um zu beschreiben, was man tun könnte oder Adjektive, um Aussagen über die Traumschule zu treffen.
In Bezug auf die kommunikativen Ziele ist es wichtig zu wissen, wie man erfolgreich miteinander kommuniziert und z.B. in einem Podcast spricht. Vergleich oracy strands
Denken Sie daran, dass all diese Ziele in die Bewertung der gemeinsamen Aufgabe und der Prüfung einfließen werden und deshalb den Lernenden transparent gemacht werden müssen.
Leitfragen für die Planung der ersten Phase können sein:
- Was ist das Zielprodukt? (Vorstellung der Idee)
- Was müssen die Lernenden dafür können und wissen (them. Wissen)?
- Anhand welcher Texte/mithilfe welcher Materialien kann ich den Einstieg in das Thema gestalten?
- Welche thematischen Aspekte sind relevant?
- Welches Vokabular zum Thema /zur Textbesprechung benötigen die Lernenden?