Unter­richts­pla­nung — Vor­über­le­gun­gen

Ver­folgt man kon­se­quent einen ergeb­nis­ori­en­tier­ten, rück­wärts­ge­rich­te­ten Pla­nungs­an­satz besteht der ers­te und wich­tigs­te Schritt bei der Pla­nung einer Unter­richts­ein­heit unter Ver­wen­dung des Ora­Cy­cle dar­in, die Lern­zie­le genau zu for­mu­lie­ren und das Lern­pro­dukt (oder den Ziel­text) der kom­ple­xen Kom­pe­tenz­auf­ga­be zu spe­zi­fi­zie­ren. Die­se bei­den Ele­men­te sind eng mit­ein­an­der ver­floch­ten, d. h. die Defi­ni­ti­on der Lern­zie­le kann sich nicht allein auf den (Schul-)Lehrplan stüt­zen, son­dern sich eben­so dar­an ori­en­tie­ren, was für Ler­nen­den lebens­welt­li­che Rele­vanz hat. Die­ser Ansatz führt einer­seits zu einer grö­ße­ren Trans­pa­renz hin­sicht­lich der Lern­zie­le, ande­rer­seits kön­nen rea­le Auf­ga­ben auch die Moti­va­ti­on der Ler­nen­den und ihre Selbst­wirk­sam­keit im Lern­pro­zess stei­gern, wenn sie die­se Auf­ga­ben als sinn­voll und rele­vant emp­fin­den (Hal­let 2012). 

Bevor Sie in die Arbeit mit den Ler­nen­den star­ten soll­ten Sie sich zu fol­gen­den The­men und Aspek­ten Gedan­ken machen:

Vor­aus­set­zun­gen (Unter­richts­pla­nung):

- Der Unter­richt soll­te von der Auf­ga­be her geplant wer­den (back­ward plan­ning).

- Die Lehr­kraft soll­te den Gen­re-Ansatz ver­fol­gen.

- Die Lehr­kraft soll­te eine kom­ple­xe Kom­pe­tenz­auf­ga­be pla­nen.

- Jedes Quar­tal beginnt mit einer Selbst­ein­schät­zung, die der Lehr­kraft zeigt, wel­che Prio­ri­tä­ten wäh­rend des Quar­tals gesetzt wer­den soll­ten.

- Die indi­vi­du­el­len Inter­es­sen und Bedürf­nis­se der Ler­nen­den müs­sen berück­sich­tigt wer­den.

- Die Ler­nen­den soll­ten in koope­ra­ti­ven Basis­grup­pen (von drei Schü­lern) arbei­ten.

- Die Ler­nen­den wer­den in die Ent­wick­lung der Bewer­tungs­kri­te­ri­en ein­be­zo­gen.

- Der Unter­richt bie­tet Mög­lich­kei­ten zur Selbst- und Fremd­ein­schät­zung.

- Die Ler­nen­den soll­ten regel­mä­ßig Feed­back von der Lehr­kraft erhal­ten.

Fer­tig­kei­ten:

- Neben dem Spre­chen soll­te auch das Hör­ver­ste­hen trai­niert wer­den. 

- Die Ler­nen­den soll­ten ler­nen, auf ande­re ein­zu­ge­hen, sie ein­zu­be­zie­hen und Fra­gen zu stel­len.

- Die Ler­nen­den soll­ten Stra­te­gien zur Bewäl­ti­gung von Prü­fungs­angst erler­nen.

Auf­ga­ben­stel­lung (Prü­fung): 

- Die Auf­ga­be soll­te einen authen­ti­schen Anlass zur Kom­mu­ni­ka­ti­on bie­ten.

- Die Auf­ga­be muss sich aus dem Unter­richt erge­ben.

- Es soll­te einen Bezug zur Welt der Ler­nen­den geben.

- Die Auf­ga­be muss alle 3 AFBs abde­cken.

- Die Auf­ga­be soll­te eine kla­re Beschrei­bung der Situa­ti­on, der Rol­len und der Adres­sa­ten ent­hal­ten.

- Es muss für alle Teil­neh­men­den klar sein, was erwar­tet wird.

- Die im Unter­richt erlern­ten Stra­te­gien und Metho­den müs­sen anwend­bar sein.

Mate­ri­al (Prü­fung): 

- Das Aus­gangs­ma­te­ri­al soll­te so aus­ge­wählt wer­den, dass eine ange­mes­sen lan­ge und tief­ge­hen­de Kom­mu­ni­ka­ti­on mög­lich ist. 

- Es soll­te Gele­gen­heit zu einer authen­ti­schen Kom­mu­ni­ka­ti­on bie­ten.

- Es muss mög­lich sein, das Aus­gangs­ma­te­ri­al inner­halb der vor­ge­ge­be­nen Vor­be­rei­tungs­zeit zu bear­bei­ten.

- Das Aus­gangs­ma­te­ri­al soll­te audi­tiv prä­sen­tiert wer­den.

Bewer­tungs­ras­ter (Prü­fung):

- Das Beur­tei­lungs­ras­ter soll­te Spra­che und Inhalt nicht tren­nen.

- Es soll­te mög­lich sein, das Beur­tei­lungs­ras­ter an jeden ein­zel­nen Kurs anzu­pas­sen. 

- Die im Unter­richt ent­wi­ckel­ten Kri­te­ri­en müs­sen im Ras­ter ver­wen­det wer­den.

- Die Deskrip­to­ren müs­sen so spe­zi­fisch sein, dass nur weni­ge Noti­zen gemacht wer­den müs­sen.

- Das Lay­out muss über­sicht­lich und kom­pakt sein.

- Das Bewer­tungs­ras­ter muss den Ler­nen­den vor der Prü­fung zur Ver­fü­gung gestellt wer­den.

Sons­ti­ges (Prü­fung und Unter­richt):

- Ein­rich­tung einer Web­site (inner­halb der Schü­ler­schaft) zur Samm­lung von Mate­ria­li­en.

- Erstel­len Sie eine Web­site zur indi­vi­du­el­len Unter­stüt­zung der Ler­nen­den (digi­ta­le Lern­the­ke).

- Wäh­rend der Prü­fung: Prü­fen Sie zu zweit. Spre­chen Sie nicht mit­ein­an­der, um die Ergeb­nis­se zu bespre­chen, son­dern bil­den Sie einen Durch­schnitts­wert aus den von Ihnen abge­ge­be­nen Ein­zel­er­geb­nis­sen.

- Erlau­ben Sie den Ler­nen­den, wäh­rend der Prü­fung gemein­sam Noti­zen zu machen.

- Füh­ren Sie eine Pro­be­prü­fung durch.