Sobald die Kompetenzaufgabe formuliert ist und die Kriterien für das Zielprodukt klar definiert sind, kann die Prüfungsaufgabe geplant werden. Die Prüfung besteht in der Regel aus drei Teilen: der Vorbereitung, der Präsentation (monologisches Sprechen) und der Planung (Teilnahme an Gesprächen/multilogisches Sprechen).
Wie die Kompetenzaufgabe muss auch die Prüfungsaufgabe in einen situativen Kontext eingebettet sein. Dieser sollte sich logisch aus der Unterrichtsreihe ableiten lassen. Aus diesem Grund ist das Prüfungsverfahren immer dasselbe, wie ein Passepartout. Die Prüfung konfrontiert die Prüflinge immer mit einer bekannten Situation, die aber neue Informationen oder Parameter enthält. Das heißt z.B. eine Anpassung einer bereits bearbeiteten Aufgabenstellung. So können Kenntnisse aus dem Unterricht genutzt und übertragen werden.
Im monologischen Teil präsentieren die Lernenden nacheinander die neuen Informationen. Ein Teil der Leistung ist es diese zu bündeln, adressatengerecht aufzubereiten und zu bewerten. Alle Zuhörenden benötigen diese Informationen, um im multilogischen Teil der Prüfung angemessen zusammenarbeiten zu können. Während der Präsentation sollten alle zuhörenden Prüflinge daher Notizen, die es als Grundlage für die Diskussion verwenden kann. Es entsteht eine positive Interdependenz zwischen den Teilnehmenden. Dies führt zu einer besseren Zusammenarbeit und einem stärkeren Gemeinschaftsgefühl und die Prüflinge können nicht einfach „abschalten“, während andere Prüflinge präsentieren. Der Fokus des Gesagten liegt hierbei vor allem darauf Informationen für die Zuhörenden angemessen zu präsentieren, damit der Inhalt im weiteren Verlauf der Prüfung für alle als Informationsbasis genutzt werden kann.
Im multilogischen Teil folgt dann eine Planungsdiskussion. Hier arbeiten alle gemeinsam an der Planung eines neuen Produkts. Dieses Produkt ist dem Zielprodukt dessen, was bereits im Unterricht erarbeitet wurde ähnlich. Gemeinsamkeiten können hierbei nach Erfahrung und Können der Lerngruppe variiert werden. Es werden nun aus dem Unterricht erworbenen Kenntnisse mit den neuen Informationen aus dem ersten Prüfungsteil. So ermöglicht dieser Teil eine Transferleistung, die den Prozessen im Unterricht auf sprachlicher und struktureller Ebene entspricht, aber einer neuen Inhaltsebene dient.
Wichtig ist in dieser Phase die Einbindung aller Beteiligten. Da die Prüflinge im monologischen Teil unterschiedliche Aspekte präsentiert haben, können nun alle ihren Beitrag leisten.
Es hat sich als hilfreich erwiesen den Prüflingen ein gemeinsames Papier zur Verschriftlichung ihrer Ideen zur Verfügung zu stellen. Hierdurch verstärkt sich das Gefühl gemeinsam an einem Produkt zu arbeiten und erleichtert das Erinnern und Strukturieren von Informationen, die bereits besprochen wurden.